Gedenktag für die Opfer von Corona

Zehntausende Menschen sind seit Beginn der Corona-Pandemie an den Folgen oder mit der Erkrankung gestorben. Der heutige Sonntag, der 18. April, wurde in Deutschland zum nationalen Gedenktag an die Opfer der Corona-Pandemie bestimmt.
Das tägliche Verlesen der Zahlen zu Corona-Neuinfektionen, Inzidenzen und Verstorbenen geht mittlerweile fast rituell-gewohnt an uns vorbei. Aber wer sind die Gesichter hinter den Zahlen? Wer waren die Verstorbenen, wen lassen sie zurück – ohne eine letzte Verabschiedung, einen letzten Kuss, ein letztes Streicheln? Den Angehörigen bleibt oft nur ein Blick durch eine Glasscheibe und ein Telefonat.
Corona zeigt uns sehr direkt, wie verletzbar Menschen sind. Zehntausende haben sich bereits infiziert, viele gelten als genesen – und sind es doch nicht – und viele tausend Menschen sind an dem Virus gestorben – isoliert, fern von ihren Angehörigen, einsam. Und es gibt viele andere Todesfälle, durch Krebsleiden, Infarkte, Unfälle …, die wegen der Pandemie und deren Folgen ebenso einsam sterben mussten. Auch hier war es den Angehörigen oft nicht möglich, ihren Lieben in schweren Stunden beizustehen.
Dieser Sonntag erinnert im Gedenken an die Verstorbenen und an die Hinterbliebenen. Er mahnt uns, als Gesellschaft und als Menschen zusammenzustehen und gemeinsam zu handeln. Wenn wir zusammenstehen und gemeinsam vernünftige Wege gegen das Virus beschreiten, können wir es vielleicht in absehbarer Zeit besiegen. Wenn wir gegeneinander arbeiten, uns streiten, oder noch schlimmer, wenn die Gesellschaft sich spaltet, mit Sicherheit nicht. Das Virus macht keinen Unterschied zwischen Menschen, die es ernst nehmen oder denen, die das nicht tun. Im Gegenteil, es freut sich über unsere Unvernunft. Viele Menschen mussten das schon schmerzlich erfahren. Nur gemeinsam wird es möglich sein, die alte Lebensqualität wiederzuerlangen.
Bleiben Sie gesund!