Gedenktag für die Opfer von Corona

Zehntausende Menschen sind seit Beginn der Corona-Pandemie an den Folgen oder mit der Erkrankung gestorben. Der heutige Sonntag, der 18. April, wurde in Deutschland zum nationalen Gedenktag an die Opfer der Corona-Pandemie bestimmt.
Das tägliche Verlesen der Zahlen zu Corona-Neuinfektionen, Inzidenzen und Verstorbenen geht mittlerweile fast rituell-gewohnt an uns vorbei. Aber wer sind die Gesichter hinter den Zahlen? Wer waren die Verstorbenen, wen lassen sie zurück – ohne eine letzte Verabschiedung, einen letzten Kuss, ein letztes Streicheln? Den Angehörigen bleibt oft nur ein Blick durch eine Glasscheibe und ein Telefonat.
Corona zeigt uns sehr direkt, wie verletzbar Menschen sind. Zehntausende haben sich bereits infiziert, viele gelten als genesen – und sind es doch nicht – und viele tausend Menschen sind an dem Virus gestorben – isoliert, fern von ihren Angehörigen, einsam. Und es gibt viele andere Todesfälle, durch Krebsleiden, Infarkte, Unfälle …, die wegen der Pandemie und deren Folgen ebenso einsam sterben mussten. Auch hier war es den Angehörigen oft nicht möglich, ihren Lieben in schweren Stunden beizustehen.
Dieser Sonntag erinnert im Gedenken an die Verstorbenen und an die Hinterbliebenen. Er mahnt uns, als Gesellschaft und als Menschen zusammenzustehen und gemeinsam zu handeln. Wenn wir zusammenstehen und gemeinsam vernünftige Wege gegen das Virus beschreiten, können wir es vielleicht in absehbarer Zeit besiegen. Wenn wir gegeneinander arbeiten, uns streiten, oder noch schlimmer, wenn die Gesellschaft sich spaltet, mit Sicherheit nicht. Das Virus macht keinen Unterschied zwischen Menschen, die es ernst nehmen oder denen, die das nicht tun. Im Gegenteil, es freut sich über unsere Unvernunft. Viele Menschen mussten das schon schmerzlich erfahren. Nur gemeinsam wird es möglich sein, die alte Lebensqualität wiederzuerlangen.
Bleiben Sie gesund!

„Ein Christenmensch ist ein freier Herr aller Dinge und niemandem untertan. Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.“

„Ein Christenmensch ist ein freier Herr aller Dinge und niemandem untertan. Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.“
Mit diesen beiden Thesen hat Martin Luther seine Schrift von der Freiheit eines Christen-menschen eingeleitet.
Freier Herr aller Dinge und niemandem untertan sein. Was das heißt, hat Luther gezeigt, als er auf dem Reichstag zu Worms vor dem Kaiser und den Fürsten des Reichs stand und dort seine reformatorischen Thesen widerrufen sollte. Auf den Tag genau heute, vor 500 Jahren, ist Luther in Worms angekommen. Mit Zittern und Zagen, so stelle ich es mir vor. Zum Widerruf aufgefordert, hat er sich eine Nacht Bedenkzeit erbeten und dann am nächsten Tag den Widerruf abgelehnt. „Widerrufen kann und will ich nichts, weil es weder sicher noch geraten ist, etwas gegen sein Gewissen zu tun.“
Seinem Gewissen folgen und Zivilcourage zeigen: Damit hat Luther auf dem Reichstag in Worms Weltgeschichte geschrieben. Und ich wünsche mir, dass wir uns auch heute davon inspirieren lassen: freier Herr aller Dinge und niemandem untertan sein. Also mutig für unsere Überzeugungen eintreten, auch gegen äußere Autoritäten und dienstbarer Knecht aller Dinge sein. Also unser egoistisches Interesse zurückstellen, Rücksicht nehmen und der Nächstenliebe eine Chance geben. Gerade jetzt in der Pandemie braucht es diese Haltung.
Lassen wir uns wie Luther von Christus die Kraft dafür geben. Geht gesegnet und behütet in diesen Tag.

Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) 16. April 2021

Sonntag Lätare, 14. März 2021

Sonntag Lätare, 14. März 2021
„Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.“ Johannes 12, 24

Jesus zeigt ein Bild von sich. Er vergleicht sich mit einem Weizenkorn. Ein Weizenkorn kennt jeder. Jeder backt damit sein Brot. Jeder sieht, wie es im Frühjahr in die Erde gesät wird, ja, begraben wird und, wenn es aufgeht und wächst, Frucht bringt – pralle, volle Ähren. Ein Korn schenkt, in der Erde langsam vergehend, vielen Körnern Leben. „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.“
Schaut, heißt das, wenn ihr mich sehen wollt, wenn ihr etwas von Gott sehen wollt und von dem, was er mit mir vorhat – schaut auf so ein kleines Weizenkorn. Es sieht so unscheinbar aus, wie ich, Jesus von Nazareth. Und doch trägt es die ganze Fülle des Lebens.
Ein Bauer legt es in die Erde. Er sät voller Hoffnung. Dann scheint alles in dem Samenkorn zu sterben, zu vergehen. Doch wenn die Hülle vollkommen vergangen ist, erhebt sich das Leben aus eben jenem zerfallenden Korn. Ein Keimling, eine Ähre, eine Vervielfachung der Frucht. Neues Leben.

Schaut, sagt Jesus: Mein Leben ist wie ein Weizenkorn, das in den Boden gelegt wird. Mit dem Weizenkorn deutet Jesus sein bevorstehendes Sterben. Zum Glück wissen wir, wie es ausgeht. Wir kommen alle von Ostern her. Sonst gäbe es unsere Kirche überhaupt nicht. Seit 2000 Jahren glauben Menschen daran, dass Jesus vom Tode auferstanden ist. Zum Glück gibt es diese Menschenkette von Jesus über Philippus, Andreas und die namenlosen Griechen, die es weitersagten, bis die Nachricht uns erreichte. Und zum Glück gibt es auch 2000 Jahre später noch Menschen, die in Jesu Namen zusammenkommen und miteinander unterwegs sind.

Es ist nicht unsere menschliche Kraft, die im Vergehen, im Tod neues erschafft. Seinen tiefsten Sinn, seine tiefste Freude erhält unser Leben dadurch, dass Gott mitten im Tod Leben schaffen will. Unser Sterben ist eingesenkt in die Spur des Lebens vom Anfang der Schöpfung her.
Mit dem Bild des Weizenkorns deutet Jesus seinen Weg und will damit seinen Jüngern, diese Griechen und uns alle ermutigen – folgt mir darin nach!

Jesus macht seinen Jüngern Mut, ihm nachzufolgen. Er sagt: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht“.
Erstaunlich, was wir für unser Leben bei Jesus lernen: Wer gibt, der empfängt. Wer für andere da ist, findet sich selbst. Wenn ich etwas von mir, meiner Lebenszeit, von meiner Lebenskraft hingebe, so wie das Korn sich der Erde hingibt, trägt mein Leben viel Frucht. Mein Leben wird dann nicht ärmer, weil ich gebe. Es wird reicher – reicher an Glauben, reicher an Hoffnung, reicher an Liebe, reicher an Lebensfreude.

Ja, Freude kommt neu in mein Leben, wo ich mich einsetzte für andere. Jesus sagt, wer mir dienen will, wer etwas von sich hingeben will, wer Spuren seiner Liebe in der Welt zurücklassen will, befindet sich auf der richtigen Spur, auf der Lebensspur. Die Freude, die es bereitet, etwas zu geben, etwas von sich zu schenken, mag uns leiten.
Die Freude mag uns leiten: das möchte ich uns heute mitgeben am Sonntag Lätare, dem Freudensonntag.
Wer Jesus nachfolgt, gewinnt viel und verliert letztlich nichts. Wer gibt, wie Jesus gibt, wie das Weizenkorn sich der Erde hingibt, findet einen tiefen Sinn in seinem Leben. Und die Lebensfreude wächst, wenn wir sehen, wie vieles, was wir geben konnten, schon Früchte trägt.
Albert Schweizer sagte einmal: „Das einzige Wichtige im Leben sind Spuren der Liebe, die wir hinterlassen.“
Solche Spuren wünsche ich uns allen.
Amen!

Gebet
Es ist schwer, Gott, alles aus deinen Händen zu empfangen. Es ist schwer auszuhalten, dass es nicht nur einfach und heiter ist. Schenke uns die Gnade, dir dennoch zu vertrauen, dir zuzutrauen, dass du den Weg zum Leben für uns willst.
Amen!

Autor: Dietmar Seling

„Das zieht dir die Schuhe aus“ 07.03.2021

„Das zieht dir die Schuhe aus“
Diesen Spruch hört man oft, wenn jemand völlig verblüfft ist. Man denkt, etwas Bestimmtes noch nicht gesehen oder gehört zu haben: Eine unerwartete Schulnote, ein verlockendes Angebot… oder man hat vielleicht das Bild eines gewissen dicken Galliers vor Augen, wie er die Römer verprügelt und sie durch seinen Fausthieb aus ihren Rüstungen samt Sandalen fliegen. Doch woher kommt dieser merkwürdige Spruch wirklich?
Er kommt tatsächlich aus der Bibel. Der Prophet Mose sah einmal in einer übernatürlichen Erscheinung einen Dornbusch, der brannte und doch nicht verbrannte. Gott selbst redete aus diesem Strauch zu ihm. Weil Gott dort gegenwärtig war, war der Boden, auf dem Mose stand, heilig. Aus Ehrfurcht vor Gott sollte er seine Schuhe ausziehen. So, wie man auch aus Ehrfurcht vor Gott, z.B. in der Kirche, seine Kopfbedeckung abnimmt. „Komm nicht näher!“, sagte Gott. „Zieh deine Schuhe aus, denn der Ort, auf dem du stehst, ist heiliges Land.“ 2. Mose 3,5.

Im ursprünglichen Sinn wurde dieses Zitat benutzt, wenn über eine Sache gesprochen wurde, die Ehrfurcht verlangte. Mittlerweile ist sie zu einem geflügelten Wort geworden, wenn man einfach über etwas total erstaunt ist.

Ehrfurcht – in wessen Alltag spielt dieser Begriff noch eine Rolle? Vor Gott sollten wir aber Ehrfurcht haben, denn er ist unendlich viel höher, größer und mächtiger als wir. Ehrfurcht ist übrigens kein Ausdruck von Angst, sondern von Bewunderung und Respekt. Genau das steht Gott zu. Erst, wenn wir eine solche Einstellung zu Gott zeigen, ist er bereit, sich uns zu erkennen zu geben. So war es damals bei Mose und so wird es auch heute sein.

aus „Spruchreif 2021“

Andacht zum Sonntag Reminiszere, 28.2.2021

Andacht zum Sonntag Reminiszere, 28.2.2021

„Gott erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder wa-ren. “ Wochenspruch Römerbrief 5,8

Lied: Holz auf Jesu Schulter (EG 97)
1. Holz auf Jesu Schulter, von der Welt verflucht, ward zum Baum des Lebens und bringt gute Frucht. Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehn. Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn.
2. Wollen wir Gott bitten, dass auf unsrer Fahrt Friede unsre Herzen und die Welt bewahrt. Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehn. Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn.
3. Denn die Erde klagt uns an bei Tag und Nacht. Doch der Himmel sagt uns: Alles ist vollbracht! Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehn. Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn.
4. Wollen wir Gott loben, leben aus dem Licht. Streng ist seine Güte, gnädig sein Gericht. Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehn. Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn.
(Text: Jürgen Henkys (1975) 1977 nach dem niederländischen »Met de boom des levens« von Willem Barnard 1963)

Psalm 25
Nach dir, HERR, verlangt mich.
Mein Gott, ich hoffe auf dich;
Lass mich nicht zuschanden werden,
dass meine Feinde nicht frohlocken über mich.
HERR, zeige mir deine Wege
und lehre mich deine Steige!
Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich!
Denn du bist der Gott, der mir hilft;
Täglich harre ich auf dich.
Gedenke, HERR, an deine Barmherzigkeit
und an deine Güte,
die von Ewigkeit her gewesen sind.
Amen.

Gedanken zum Predigttext für den Sonntag Reminiszere – Jesaja 5, 1-7
1 Wohlan, ich will von meinem lieben Freunde singen, ein Lied von meinem Freund und seinem Weinberg. Mein Freund hatte einen Weinberg auf einer fetten Höhe.
2 Und er grub ihn um und entsteinte ihn und pflanzte darin edle Reben. Er baute auch einen Turm darin und grub eine Kelter und wartete darauf, dass er gute Trauben brächte; aber er brachte schlechte.
3 Nun richtet, ihr Bürger zu Jerusalem und ihr Männer Judas, zwischen mir und meinem Weinberg!
4 Was sollte man noch mehr tun an meinem Weinberg, das ich nicht getan habe an ihm? Warum hat er denn schlechte Trauben gebracht, während ich darauf wartete, dass er gute brächte?
5 Wohlan, ich will euch zeigen, was ich mit meinem Weinberg tun will! Sein Zaun soll weggenommen werden, dass er kahlgefressen werde, und seine Mauer soll eingerissen werden, dass er zertreten werde.
6 Ich will ihn wüst liegen lassen, dass er nicht beschnitten noch gehackt werde, sondern Disteln und Dornen darauf wachsen, und will den Wolken gebieten, dass sie nicht darauf regnen.
7 Des HERRN Zebaoth Weinberg aber ist das Haus Israel und die Männer Judas seine Pflanzung, an der sein Herz hing. Er wartete auf Rechtsspruch, siehe, da war Rechtsbruch, auf Gerechtigkeit, siehe, da war Geschrei über Schlechtigkeit.

Liebe Leserinnen und Leser!
Wir, meine Frau und ich, machen gerne Urlaub an der Mosel. Es ist immer wieder eine Augenweide, in den Weinbergen wandernd die Herbstsonne zu genießen. Unter uns glänzt das Wasser der Mosel wie tausende Diamanten. Reihe um Reihe tragen die Reben edle Früchte. Natürlich darf dann Zwiebelkuchen und Federweißer nicht fehlen. Man kann förmlich spüren, dass Weinanbau nicht nur landwirtschaftliche Produktion, sondern auch Leidenschaft ist. Neben der Sonne braucht es viel Einsatz, dass edler Wein wachsen und reifen kann.
Kennen Sie ein Weinberglied? Der Predigttext vom Sonntag Reminiszere ist ein solches. „Wohlan, ich will von meinem lieben Freunde singen, ein Lied von meinem Freund und seinem Weinberg. Mein Freund hatte einen Weinberg auf einer fetten Höhe. Und er grub ihn um und entsteinte ihn und pflanzte darin edle Reben. Er baute auch einen Turm darin und grub eine Kelter und wartete darauf, dass er gute Trauben brächte.“ (Jesaja 5, 1-2) Ich stelle mir vor, wie dieses Lied damals zur Zeit Jesajas irgendwo erklungen ist, vielleicht mitten im Trubel auf der Straße. Manche blieben stehen, um den Klängen des Sängers zu lauschen. Ein schönes Lied! – Aber was war das? Das war erst die erste Strophe des Liedes. Aber die Töne, die der Prophet jetzt anschlägt, klingen gar nicht mehr lieblich! Er besingt, dass der Weinberg trotz Pflege und Leidenschaft des Weingärtners nur schlechte Trauben hervorbringt. Er erzählt davon, wie daraufhin der Weingärtner den Schutzzaun und die Mauer abreißt, damit der Weinberg zertreten werde. Er soll wüst liegen, dass Disteln und Dornen darauf wachsen. Auch befiehlt er den Wolken, keinen Tropfen Wasser darauf zu regnen. Welcher Gärtner hat denn solche Macht, den Wolken zu bestimmen? Gott allein! Und sein Volk ist der Weinberg, an dem sein Herz hing. „Er wartete auf Rechtsspruch, siehe, da war Rechtsbruch, auf Gerechtigkeit, siehe, da war Geschrei über Schlechtigkeit.“ (Jesaja 5,7b) So das Ende des Predigttextes.
Liebe Leserinnen und Leser,
ist das nun Gottes letztes Wort? Sein Rechtsspruch über die Menschen? Wie wohltuend klingen plötzlich die Worte des Psalms in meinen Ohren: „Gedenke, HERR, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von Ewigkeit her gewesen sind.“ (Psalm 25,6) Denn Gottes „Markenzeichen“ ist doch Barmherzigkeit! Aber wohl eben keine falsche Sicherheit. Ich glaube, nicht selten und gerade in dieser Zeit der Pandemie, leben wir unser Leben in genau dieser Spannung zwischen „Nichts wird gut!“ und „Alles wird gut!“ Womit habe ich das verdient? Wagen wir auch manchmal den Blick darauf: Was habe ich eigentlich wirklich verdient? Neulich konnte ich hören, wie jemand sagte: „In diesem Jahr fiel es mir sehr schwer, für Brot für die Welt zu spenden. Ich hatte irgendwie ein schlechtes Gefühl dabei. Es fühlte sich so an, als wolle ich mich nur freikaufen und mit der Spende mein Gewissen erleichtern. Denn wie sieht es denn aus mit der Gerechtigkeit in der Welt und einer Chancengleichheit zwischen den Menschen unterschiedlicher Kontinente?“ Diese Worte beschäftigen mich. Vielleicht macht gerade die Passionszeit mit ihrem Blick auf das Leiden Jesu an und in dieser Welt sensibel. „Gedenke, HERR, an deine Gerechtigkeit und an deine Güte!“ Und ich möchte ergänzen: Und bringe uns in die Spur! In die Spur, immer wieder neu deinem Sohn Jesus Christus zu folgen. In ihm ist die Versöhnung einer aufgeschreckten Welt, die oft so groß tut und doch unbarmherzig handelt.
Amen

Dietmar Seling

22. Februar 2021: Videobotschaft des EKD-Ratsvorsitzenden

22. Februar 2021: Videobotschaft des EKD-Ratsvorsitzenden

„Kann eine Frau ihr Kindlein vergessen, dass sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes?“, so heißt es im Buch des Propheten Jesaja im 49. Kapitel. So sehr eine Mutter oder ein Vater ihren Kindern mit Liebe und Mitgefühl begegnen – das ist die Botschaft – so sehr begegnet uns Gott mit Liebe und Barmherzigkeit. Aber es ist so schwer, in diesen Zeiten für Eltern, Kindern eine Umgebung der Geborgenheit und Unbeschwertheit zu geben. Zwei Meldungen in der Zeitung haben mich diese Woche besonders beschäftigt. Die eine Meldung: Fast jedes dritte Kind zeigt einer neuen Studie zufolge ein knappes Jahr nach Beginn der Pandemie in Deutschland psychische Auffälligkeiten. Ängste nehmen zu, auch Depressionen. Kinder aus sozial schwierigen Verhältnissen sind besonders gefährdet. Die zweite Meldung: Kinder in England bauen einen Schneemann und freuen sich daran. Ein Polizist kommt und scheucht sie weg. Joggen und Fitnessübungen seien erlaubt, einfach spielen aber nicht. Es wird höchste Zeit, dass die Kinder endlich wieder unbeschwert spielen können. Denn ihr Wohlergehen ist auch in Pandemiezeiten existenzrelevant für unser Land. Und eines ist für mich klar: Wenn wir darüber nachdenken, was sich in der Zeit nach der Pandemie ändern muss, dann gehört das zu den Prioritäten: Deutschland muss ein kinderfreundliches Land werden, in dem jedes Kind nicht zuerst etwas leisten muss, sondern einfach sein darf. Indem die Lebendigkeit und das Lachen von Kindern nicht als Lärmbelästigung gesehen wird, sondern als Segen für unser Land. Geht gesegnet und behütet in diesen Tag.

Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)

Fastenaktion „7Wochen ohne“ – 17.02.2021

Fastenaktion der evangelischen Kirche in Deutschland: „7Wochen ohne“

Am heutigen Aschermittwoch beginnt die Fastenaktion „7Wochen ohne“ der evangeli-schen Kirche in Deutschland. Das Thema in diesem Jahr lautet: „Spielraum! Sieben Wo-chen ohne Blockaden“.
In der Fasten- oder auch Passionszeit erinnern Christen an das Leiden und Sterben Jesu Christi und bereiten sich auf Ostern vor, auf die Botschaft von der Auferstehung. Die evangelische Aktion „7 Wochen Ohne“ soll helfen, diese Wochen bewusst zu erleben und zu gestalten.
Die Organisatoren rufen dazu auf, in der Fastenzeit von Aschermittwoch bis Ostern mehr Weite im Leben zu entdecken. Verzicht ist dabei die eine Seite des Fastens. Die andere Seite hat es dann mit dem zu tun, wofür man sich Zeit nimmt, für wen man sich öffnet. In der Fastenzeit suchen wir durch Unterbrechung so vieler alltäglicher Gewohnheiten und Bequemlichkeiten die Auseinandersetzung mit uns selbst, unserem Leben und mit unse-rem Glauben, mit Verhältnis zu Gott.
Ziel ist die bewusste Gestaltung der Passionszeit. Die Aktion lädt die Menschen ein, All-tagsgewohnheiten zu überdenken: Sie verzichten zum Beispiel auf Genussmittel wie Alko-hol, Nikotin oder Süßigkeiten oder andere Bequemlichkeiten wie Fernsehkonsum, Fertig-gerichte oder Internet. Dadurch schaffen sie Platz für Veränderungen, entwickeln neue Perspektiven und stellen fest, was Lebensqualität ausmacht. Ein weiteres Motiv ist, durch Konsumverzicht Solidarität mit Benachteiligten zu zeigen. Dies bedeutet, Grenzen im Den-ken und Handeln hinter sich zu lassen, aber auch gerade in diesen Corona-Zeiten, Ein-schränkungen zum Wohle aller zu akzeptieren. Und, wie kann ich innerhalb dieser akzep-tierten Einschränkungen vertrauensvoll leben?
Dabei folgt die Fastenaktion der Einsicht „Weniger ist mehr“ und stellt heraus, „7 Wochen OHNE sind auch 7 Wochen MIT“. Denn wo Verzicht ist, ist auch Platz für Neues, bieten sich Lebens- und Glaubensperspektiven.

Autor: Dietmar Seling

Botschaft des EKD-Ratsvorsitzenden – 08.02.2021

8. Februar 2021: Botschaft des EKD-Ratsvorsitzenden
„Die den Herrn liebhaben, sollen sein, wie die Sonne aufgeht in ihrer Pracht!“ Der heutige Losungsvers aus Richter 5 ist ein starker Satz. Er kommt aus dem Munde einer starken Frau. Die Richterin Debora ist ein den markantesten Frauengestalten der Bibel. Der Text heißt deswegen auch: dass Deboralied. Vor über 3.000 Jahren kamen die Israeliten zu ihrem Sitz unter der Debora-Palme, um sich von ihr Recht sprechen zu lassen. Heute würde man Debora vermutlich eine Regierungschefin nennen, für die patriarchal geprägte Zeit damals absolut außergewöhnlich. Und auch das, was sie zu sagen hat, ist stark: Debora lobt Gott dafür, dass er seinem Volk geholfen hat, die Feinde zurückzudrängen. Und das Land hatte Ruhe. 40 Jahre, so heißt es direkt danach. Um militärische Auseinandersetzung geht es glücklicherweise nicht, wenn wir heute die Worte der Debora hören Aber ein kleines Virus kann genauso viel Schrecken anrichten wie ein militärischer Feind. Wir erfahren das gerade schmerzlich. Für mich sind die alten Worte der Richterin Debora heute deswegen eine große Ermutigung. Denn sie drücken ein großes Vertrauen aus. Uns steht nicht Dunkelheit, Leid und Verderben bevor, sondern Licht, Sonne, Leben. Viele Frauen und Männer helfen jetzt zusammen in Wissenschaft, Politik, Medizin, Pflege, in den Schulen und Kitas, in der Arbeitswelt, überall im Alltag. Alle können wir jetzt mithelfen, dass der Kampf gegen das Virus erfolgreich ist und wir danach Ruhe haben und Deboras Worte selbst erfahren: „Die den Herrn liebhaben, sollen, sein, wie die Sonne aufgeht in ihrer Pracht!“ Geht gesegnet und behütet in diesen Tag.
Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)

Der EKD-Ratsvorsitzende ermuntert und bestärkt mit seinen Videobotschaften auf www.facebook.com/landesbischof/ und www.youtube.com/user/bayernevangelisch/videos die Menschen: „Jesus hat geheilt und deswegen sind die Menschen, die jetzt heilen, die Menschen, die jetzt Nähe ausstrahlen, Liebe ausstrahlen, auf andere achten, so etwas wie die Hände Gottes für mich in diesen Tagen.“

Advent und Weihnachten in unserer Gemeinde

Auch die Advents- und Weihnachtszeit 2019 war in unserer Gemeinde von vielen Veranstaltungen geprägt.
Herausragend war auch in diesem Jahr unser lebendiger Adventskalender. An 23 Tagen im Dezember boten verschiedene Familien und Institutionen unserer Großgemeinde die Möglichkeit, sich in der Adventszeit in besinnlicher Art und Weise auf die kommenden Weihnachtstage einzustellen. Ein herzliches Dankeschön an alle, die ein „Fenster“ gestaltet haben.
Auch unsere Adventsfeier am 2. Advent mit Gottesdienst und gemeinsamen Kaffeetrinken bot wieder die Möglichkeit zu Gemeinschaft und Beisammensein.
Höhepunkte bei den Veranstaltungen waren natürlich auch die beiden Christvespern mit den Krippenspielen am Heiligen Abend. Die Beteiligten haben wieder viel Zeit und Mühe investiert, und zwei sehenswerte Krippenspiele einstudiert und aufgeführt. Auch hier ein herzliches Dankeschön an alle Mitspieler und Betreuer.
Einen weiteren Höhepunkt stellte das weihnachtliche Konzert im Kerzenschein am 2. Weihnachtstag dar. Unter der Leitung von Kantor Ralf Stiller aus Greiz stellten der Jugendchor und die junge Hofkapelle an St. Martin Greiz ihr hohes Können unter Beweis, und boten in der gut besuchten Kirche ein hörenswertes Konzert dar. Auch hier gilt unser Dank allen Beteiligten.

Musikalische Kinderfreizeit in den Herbstferien 2019

Musikalische Kinderfreizeit in den Herbstferien 2019
Bereits zum 10. mal fand in diesem Herbst eine Musikalische Freizeit für Kinder in der Fraureuther Pfarrscheune statt.
Wir konnten Kantor Stiller aus Greiz gewinnen auch in diesem Jahr mit den Kindern ein Musical einzustudieren. Christine Schulze, Gemeindepädagogin a.D., war wieder die Ideengeberin für Kulissen und Kostüme zum Musical
                                         „Jona unterwegs im Auftrag des Herrn“.
Es ist immer wieder erstaunlich und wunderbar mitzuerleben wie schnell die Kinder Lieder und Texte lernen, mit Begeisterung Kulissen gestalten und eigene Ideen zur Gestaltung umsetzen.
Kantor Stiller war ebenfalls begeistert von den Kindern und hat signalisiert auch 2020 in den Herbstferien wieder mit dabei zu sein.
So eine Freizeit mit Vollverpflegung funktioniert natürlich nur mit fleißigen Helfern im Hintergrund. Dafür möchten wir uns im Namen des Kirchenvorstandes bei allen herzlich bedanken, die dazu beigetragen haben, dass diese Woche sowie die Aufführung des Musicals wieder für alle ein Erlebnis war.